Evangelische Schulen sind die größte Gruppe freier Schulen im Freistaat Sachsen. Damit wirkt ihre Innovationskraft tief ins sächsische Bildungswesen. Sie sind mehr als eine Alternative zu staatlichen Schulen, teils sogar Vorreiter.

In manchen Punkten sind die Schulen in kirchlicher Trägerschaft den staatlichen Schulen sogar einen Schritt voraus. Ich denke hier zum Beispiel an die Inklusion, die an den evangelischen Schulen von Beginn an zum Selbstverständnis gehört. Wir können voneinander lernen.

Christian Piwarz, Sächsischer Kultusminister 

Was leisten wir

Inklusion

In einem ökumenischen Zwei-Jahres-Kurs bildet die Schulstiftung gerade 17 Lehrkräfte zu Inklusionsbeauftragten aus. Sie können perspektivisch die Leitung von pädagogischen Teams an ihrem Standort übernehmen. Fünf Inklusionsbeauftragte füllen diese Rollen bereits aus. Dazu sind rund 27 Inklusionsassistenten zum größten Teil über die Schulstiftung angestellt.

Individuelle Bildung

Das Hauptmerkmal evangelischer Bildung liegt darin, jeden Menschen als ein von Gott geliebtes Geschöpf zu betrachten. Dementsprechend geht es nie darum, den Mensch anpassungsfähig zu machen, sondern die Lerninhalte und –methoden auf die Eigenschaften des Kindes hin auszuwählen.

Vorreiterrolle

Als größte Gruppe freier Schulen können evangelische Schulen bei neuen Herausforderungen einerseits flexibel reagieren und andererseits erproben, inwiefern sich potentielle Lösungsansätze in der Praxis als sinnvoll erweisen. Gerade in der Digitalisierung kommt dies dem Freistaat zu Gute, wenn technische Neuheiten sich bereits bewährt haben. Es kann der Landespolitik als Beispiel oder dem Landtag bei der Meinungsbildung verhelfen.

Wer hindert uns daran, Neues auszuprobieren, das später auch staatlichen Schulen als Muster dienen könnte? Evangelische Schulen bereichern das Schulsystem und sind substanziell für die gesamte Bildungslandschaft.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD)

Was fordern wir von der Politik

Trotz der von der sächsischen Verfassung gebotenen Gleichrangigkeit freier und staatlicher Schulen gibt es weiter Ungleichbehandlungen.

Wir fordern daher...

  1. Die Abschaffung des sogenannten Absenkungsfaktors beim Personalkostenanteil in den Zuschüssen für freie Schulen: Denn bisher erhalten freie Träger nur 90 Prozent der Lehrpersonalkosten, die staatlichen Schulen zustehen.
  2. Möglichkeiten für verbeamtete Lehrkräfte, sich für den Einsatz an freien Schulen beurlauben zu lassen - ohne dauerhaft auf ihren Beamtenstatus verzichten zu müssen.
  3. Bei Sachkostenzuschüssen die Berücksichtigung aller relevanten Aufwände für einen ordentlichen Schulbetrieb: Bisher wurden Instandhaltungs- und Sanierungskosten von Gebäuden und Außengelände nicht vollständig einbezogen.
  4. Eine faire Beteiligung freier Schulen an allen staatlichen Förderprogrammen.

Was bewirken evangelische Sachsen

  • Zu Beginn der coronabedingten Schulschließungen schaffte die Schulstiftung für alle evangelischen Schulen die Webkonferenz-Plattform „BigBlueButton“ an. Damit konnten per Video digitale Unterrichtsstunden abgehalten werden. Die Nutzung war ein voller Erfolg. Letzte Störungen konnten sukzessive vollständig abgebaut werden. Mittlerweile hat der Freistaat dieselbe Anwendung in den Probebetrieb genommen. Es ist ein Beispiel, wie die Landespolitik von Innovationen aus evangelischen Bildungseinrichtungen profitieren kann.
  • Viele der evangelischen Schulen sind im ländlichen Bereich zu finden.
  • Kultusminister Christian Piwarz betont beispielsweise: „Christliche Schulen füllen Angebotslücken und realisieren so kurze Schulwege.“
  • In vielen kleinen Gemeinden sind evangelische Schulen ein belebendes Element in der Kommune, weshalb Lokalpolitiker sie oft zu schätzen wissen.